Während für die einen der Entschluss bereits vor Projektbeginn klar ist, stehen andere Bauherren vor der Frage, ob Sie mit einem Neubau oder der Sanierung einer Bestandsimmobilie besser fahren. Eine weitreichende Entscheidung, die sich nicht nur auf den späteren Projektverlauf, sondern als Bauherr auch auf Ihre Zukunft auswirkt.

Klar ist, dass beide Herangehensweisen ihre Vor- und Nachteile haben und es auf die hier gestellte Frage keine pauschale Antwort gibt. Zu unterschiedlich sind die Umstände des Einzelfalls. Dennoch wollen wir den Neubau und die Sanierung gegenüberstellen und Ihnen einige Tipps mitgeben, die sie bei der Entscheidungsfindung unterstützen sollen.

Was spricht für den Neubau?

Mehr Gestaltungsfreiheit

Bei der Sanierung sind Sie auf eine Bestandsimmobilie angewiesen und müssen mit dieser arbeiten. Inwieweit sich dabei Änderungen vornehmen lassen, hängt selbstverständlich vom Einzelfall ab. Dennoch werden Sie als Bauherr bei einer Modernisierung nur selten alle Wünsche gegen einen vernünftigen Preis umgesetzt bekommen.

Einer der größten Vorteile des Neubaus ist mit Sicherheit die individuelle Gestaltungsfreiheit. Abhängig von dem beauftragten Baupartner haben Sie die Möglichkeit, aktiv am Planungsprozess teilzuhaben und ein Haus zu entwerfen, das optimal auf Ihre Bedürfnisse und Rahmenbedingungen wie Grundstücksbeschaffenheit oder das zur Verfügung stehende Budget eingeht.

Besserer Standard

Bauten, deren Fertigstellung bereits Jahrzehnte zurückliegt, sind häufig günstig zu haben. Wirft man einen Blick auf Aspekte wie Energieeffizienz, Barrierefreiheit oder Raumaufteilung relativieren sich die Preise jedoch schnell. Die Kosten für Umbaumaßnahmen können im Nu in die Zehntausende gehen. In welchen Zustand ein Haus im Kern wirklich ist, zeigt sich häufig erst nach Sanierungsbeginn.

Beim Neubau bestimmen Sie den Standard selbst. Auf Ihren Wunsch wird der Grundriss gestaltet und modernste Heizungs-, Elektro-, und Lichttechnik verbaut. Auch können Sie das Haus gleich so gestalten, dass es auch im Alter uneingeschränkt benutzt werden kann. Durch die neuwertige Ausstattung haben Sie im Idealfall dann erstmal Ihre Ruhe und müssen sich nicht mit lästigen Reparaturen oder Ähnlichem herumschlagen.

Höherer Wiederverkaufswert

Ähnlich wie bei Gebrauchtwagen, weisen auch Häuser „aus erster Hand“ einen vergleichsweise hohen Marktwert auf. Immobiliensuchende präferieren Häuser, die sich in einem technisch guten Zustand befinden und keine schweren Mängel aufweisen. Dies wird bei einem Neubau in der Regel eher angenommen, als bei einem Objekt, das bereits mehrfach saniert wurde – auch wenn dem natürlich nicht immer so ist.

Entscheiden Sie sich für den Neubau, können Sie später deshalb mit einem besseren Wiederverkaufswert rechnen. Schließlich spricht nichts dagegen, dass ein gut umgesetzter und gepflegter Neubau auch noch in 20 Jahren den Anforderungen des Marktes standhält. Als Verkäufer eines Hauses „aus erster Hand“ haben Sie also ein zusätzliches Verkaufsargument.

Einer der größten Vorteile des Neubaus ist mit Sicherheit die individuelle Gestaltungsfreiheit.

Was spricht für die Sanierung?

Einfachere Grundstückssuche

In Zeiten des Baubooms gestaltet sich die Grundstückssuche insbesondere in Ballungszentren als nervenaufreibender Prozess. Bis das passende Stück Boden gefunden ist, vergehen schnell Monate, wenn nicht sogar Jahre. Als privater Bauherr treten Sie in den Wettbewerb mit Bauträgern, die sich in einer besseren Position wiederfinden. Sie verfügen über die entsprechenden Netzwerke und können ganze Baugebiete erwerben.

Sind Sie bereit eine Bestandsimmobilie zu erwerben und durch Sanierungsmaßnahmen Ihre Wohnvorstellungen zu realisieren, erhöhen sich die Chancen bei der Grundstücksfindung deutlich. Zudem gelangen Sie eher an Objekte, die sich in bereits etablierten und somit gut angeschlossenen Nachbarschaften befinden. Findet sich hier eine Immobilie, mit der sich arbeiten lässt, mag sich das auf lange Sicht auszahlen.

Geringerer Zeitaufwand

Die Errichtung eines Eigenheims ist immer mit zeitlichem Aufwand und Stress verbunden. Beim Bauen gleicht kein Entwurf und somit auch kein Prozess dem anderen. Es kommen eine Vielzahl unterschiedlicher Fachkräfte zusammen, die allesamt koordiniert und überwacht werden müssen. Als Bauherr nehmen Sie dabei als Initiator und oberste Entscheidungsinstanz eine zentrale Rolle ein.

Die Durchführung der Sanierung kann sich hingegen unkomplizierter darstellen. Abhängig vom Änderungsumfang, können Projekte bereits nach nur wenigen Monaten abgeschlossen sein. Für Sie bedeutet das nicht nur weniger Stress. Sie können auch eher Ihre neuen vier Wände beziehen und sparen sich dadurch beispielsweise Miet- oder Finanzierungskosten.

Geringere Anfangskosten

Wenn Sie sich für einen Neubau entscheiden, müssen Sie in finanzieller Hinsicht gleich aufs Ganze gehen. Spätestens nach Fertigstellung des Bauprojekts sind die Baudienstleister für Ihre Arbeiten zu entschädigen. Neben die reinen Baukosten treten zahlreiche Neben- bzw. Zusatzkosten, die bei der Sanierung womöglich nicht anfallen.

Bei der Sanierung lassen sich die Arbeiten hingegen schrittweise erledigen. Sie müssen nicht zwingend jede Aufgabe sofort angehen, sondern können diese mit der Zeit abarbeiten. Zudem besteht eher die Möglichkeit, selber Hand anzulegen und sich so Kosten einzusparen. Sie sollten jedoch vorher unbedingt ein Budget festlegen, da Sie ansonsten schnell Gefahr laufen, mehr zu sanieren, als Sie sich eigentlich vorgenommen hatten.

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Wie ist bei der Entscheidung vorzugehen?

Eine Voraussetzung für das Treffen richtiger Entscheidungen ist, dass man diese strukturieret angeht. Bereits in unserem Beitrag Entscheidungsfindung bei Bauprojekten haben wir aufgezeigt, worauf es bei der Entscheidungsfindung ankommt und wie Sie auch schwierige Entscheidungen meistern. Folgende Vorgehensweise empfehlen wir bei der Entscheidung zwischen Neubau oder Sanierung.

Schritt 1: Bedarf genau analysieren

Die Bedarfsanalyse soll Antworten auf die Fragen geben, was Sie genau vorhaben und ob diese Vorstellungen auch tatsächlich realisierbar sind. Neben den Projektzielen sollten Sie dabei ein besonderes Augenmerk auf die Nutzungsanforderungen legen. Setzen Sie sich mit Ihren Bedürfnissen, Wünschen und Anforderungen auseinander und halten Sie diese schriftlich fest.

Schritt 2: Möglichst viele Informationen sammeln

In einem zweiten Schritt sollten Sie sich auf die Suche nach Informationen begeben. Führen Sie für beide Optionen eine Art Machbarkeitsanalyse durch, in der Sie sämtliche Anforderungen und Vorgaben auf deren Machbarkeit prüfen. Überprüfen Sie genau, ob sich Ihre Anforderungen in Bezug auf die rechtlichen, finanziellen und zeitlichen Rahmenbedingungen auch tatsächlich umsetzen lassen.

Schritt 3: Alternativen gegeneinander abwägen

Sobald Sie über beide Optionen ausreichend Informationen zusammengetragen haben, gilt es deren Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen. Hier können Sie sich unserer Auflistung bedienen und diese durch Ihre Erkenntnisse erweitern. In dieser Phase kann es hilfreich sein, einen Experten (z.B. Architekten) in die Entscheidungsfindung miteinzubeziehen.

Schritt 4: Entscheidung treffen und loslegen

Sind alle relevanten Informationen gesammelt und die Alternativen miteinander verglichen, steht der Entscheidung eigentlich nichts mehr im Weg. Beziehen Sie dabei unbedingt alle Beteiligten ein und haben Sie keine Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen. Sehen Sie den Prozess vielmehr als Chance sich mit Ihren Werten, Vorlieben und Interessen auseinanderzusetzen.

Die Bedarfsanalyse soll Antworten auf die Fragen geben, was Sie genau vorhaben und ob diese Vorstellungen auch tatsächlich realisierbar sind. Neben den Projektzielen sollten Sie dabei ein besonderes Augenmerk auf die Nutzungsanforderungen legen.

Fazit

Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es auf die Frage „Neu bauen oder sanieren?“ keine pauschale Antwort. Die Entscheidung hängt immer von den Umständen des Einzelfalls und Ihren individuellen Wünschen und Bedürfnissen ab. Nehmen Sie sich bei der Entscheidungsfindung Ihre Zeit und wägen Sie die Vor- und Nachteile gut gegeneinander ab.

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